phantastery




Nebelpartikel
(samten wie ihre Stimme)
rauschen durch die Gärten
(sie tritt durch kalten Tau)
tropfen von Birkenzweigen
(Photonenstürme atmend)
verschleiern den Glanz der
(scharlachrot umkränzten)
Sonnenscheibe


kalkblüten wuchern im Swimmingpool
Julilicht bricht sich in den Rippeln
die ihr birkenhaft gemeisselter Körper
in das blau schimmernde Wasser wirft

Luftblasen dringen aus ihrem Schlund
blondes Haar flottiert wie Treibgut
ihre Stirn durchstösst die Fassade
das Muttermal am Fussknöchel schweigt

ein kleiner schwarzer Schmetterling
tanzt munter über sein Spiegelbild
fragile Finger haschen nach ihm
angstbebend steigt er himmelswärts

keuchend hievt sie sich ins Licht
Photonenfluten schwappen über ihre Haut
spülen die Wärme tief ins Knochenmark

reglos liegt sie im verkümmernden Tag
einzig die Brust hebt sich im Atemtakt
Chlortränen trocknen auf den Wangen

ihre Zunge zerdrückt den Pinienduft
Schwalben füllen den Himmel mit Geschrei
bevor Regen mit Krach hernieder braust

sie verweilt doch dreht sich auf den Bauch
ein Gähnen bricht aus ihrem Erdbeermund

hinter Glas schau ich ihr aus der Ferne zu
das Virus, das sich in mein Blut gefressen

schliesslich verhüllt Nebel die Gärten
wehmütig lege ich mich schlafen

flüchtig streift ihr Blick das Spital

ein dunkles Lächeln kräuselt ihre Lippen

ihr Leib teilt das Wasser ein letztes Mal